Was schreiben Sie, wenn Ihnen oder Ihrem Chef ein Geschenk nicht gefallen hat?

14. März 2016

Dass man sich für ein Geschenk bedankt – am besten in Briefform – steht außer Frage. Was aber machen Sie, wenn das Geschenk nicht gut gefallen hat? 

Den Unmut über ein unpassendes, langweiliges oder erkennbar liebloses Geschenk offen auszudrücken kommt aus Gründen der Höflichkeit zwar nicht infrage, aber wenn Sie den Dank neutral, distanziert und möglichst knapp zum Ausdruck bringen, dürfte der Schenker zwischen den Zeilen lesen, dass er mit seinem Geschenk etwas danebengelegen hat.

Beispiel

Ich freue mich, dass Sie an mich gedacht haben. Für Ihr Geschenk zu meinem Geburtstag (meinem Jubiläum, Weihnachten …) bedanke ich mich recht herzlich.

Wenn Sie andeuten möchten, dass das Geschenk nicht so gut ankam, können Sie ein „interpretationsfähiges“ Zitat in den Brief aufnehmen, das sich besonders gut als sanfter Hinweis eignet.

Beispiele

Das wahre Geschenk besteht nicht in dem, was gegeben oder getan wird, sondern in der Absicht des Gebenden oder Handelnden.
Lucius Annaeus Seneca
(ca. 4 v. Chr. – 65 n. Chr.),
römischer Politiker, Redner, Philosoph und Schriftsteller

Die Liebe, mit der ein Geschenk ausgesucht wurde, kann größere
Bedeutung haben als das Geschenk selbst.
Annette Andersen (*1953),
deutsche Autorin

Das Schenken macht das Geschenk.
Dr. phil. Manfred Hinrich (*1926),
deutscher Philosoph

Wenn der Schenkende sich offensichtlich nicht sonderlich viel Mühe gegeben hat, so müssen Sie sich auch nicht stundenlang den Kopf über ein besonders originelles oder begeistertes Dankschreiben zerbrechen. Zeugt jedoch die Art des Geschenks davon, dass sich der Schenker darüber ganz gezielt Gedanken gemacht hat, sollten Sie sich für das Dankschreiben auch etwas einfallen lassen, das auf Dauer positiv in Erinnerung bleibt. Richten Sie Ihren Arbeitsaufwand also entsprechend aus.

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